Desaster für die Weltwirtschaft
Der Markt heute

7 mögliche Desaster für die Weltwirtschaft in 2019

Das beste hoffen, das schlimmste erwarten – diese Redensart könnte nicht aktueller sein, wenn wir auf 2019 und die globalen Märkte in ihrem seit zehn Jahren anhaltenden Bullenmarkt schauen. Nach einem starken globalen Wachstum und einem geringeren politischen Risiko im Jahr 2017 zeichnete 2018 ein weniger freundliches Bild.

Ist für 2019 Ärger vorprogrammiert? Lesen Sie in diesem exklusiven Bericht von XTB, welche sieben wesentliche Faktoren in den nächsten 12 Monaten für die Weltwirtschaft ein potenzielles Risiko darstellen könnten. Wir hoffen zwar, dass diese Risiken nicht eintreffen werden, Anleger und Händler sollten jedoch wachsam sein und entsprechend reagieren.

 

1. Italexit

Italien ist eine Risikoquelle für Europa und die Weltwirtschaft. Italien hat die zweithöchste Verschuldung gemessen am BIP, nominal ist die Verschuldung jedoch die höchste. Die Italiener wählten eine populistische Regierung, die das Land wiederbeleben will. Maßnahmen – wie Mindesteinkommen oder ein niedrigeres Rentenalter – können wenig zur Wachstumssteigerung beitragen, könnten aber die Verschuldung erhöhen.

Sollte sich das globale Wachstum verlangsamen, könnte Italien in eine Rezession stürzen. Ein Anstieg der Anleiherenditen auf die Höchststände dieses Jahrzehnts würde zu 65 Mrd. EUR an Schuldendienstkosten pro Jahr führen. Dies könnte fatale Folgen haben. Italien ist zu groß, um von Deutschland gerettet zu werden und könnte aus der Eurozone gedrängt werden.

Die EZB hat viel weniger Munition als 2012 und Italien ist ein wichtiger Handelspartner für die meisten Länder der Eurozone. Obwohl unser langfristiges Modell darauf hindeutet, dass der US-Dollar überbewertet ist, könnte eine erneute Eurokrise dazu führen, dass der EURUSD bis zur Parität sinkt.

 

2. Handelskonflikte

Als Donald Trump erklärte, dass Handelskonflikte gut und leicht zu gewinnen seien, während er Zölle auf Stahl und Aluminium ankündigte, setzte er die Weichen für eine Eskalation mit China. Da die US-Importe aus China rund fünfmal so hoch sind wie umgekehrt, sind die unmittelbaren Auswirkungen im Fernen Osten stärker zu spüren. Der chinesische Aktienmarkt fiel um über 20% und befindet sich damit im Bärenmarkt.

Trotz Trumps Behauptungen stellen diese Maßnahmen jedoch ein sehr reales Risiko für die US-Wirtschaft dar und könnten durchaus zu einer Phase der Stagflation führen. Die Zölle werden die Inputpreise erhöhen und die Nachfrage dämpfen, was zu einer höheren Inflation und einem langsameren Wirtschaftswachstum führen kann. Dies wiederum würde die Fed unter Druck setzen, die Zinsen weiter und schneller anzuheben, was wiederum negativ für Aktien wäre.

Im August 2018 wurde der bisherige Rekord der 90er Jahre gebrochen, für US-Aktien ist dies mit 116 Monaten ohne 20%-Korrektur aktuell der längste Bullenmarkt der Nachkriegszeit. Was die Auslöser betrifft, die diesen Lauf beenden könnten, so gibt es keine größere Bedrohung als einen Handelskrieg zwischen den USA und ihrem größten Handelspartner China.

 

3. Nahostkonflikt

Der Ölpreis hat enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte. Der Ölpreis sank in der zweiten Jahreshälfte 2018, aber es wäre naiv, das Konfliktrisiko im Nahen Osten sowie seine Auswirkungen auf die Rohstoffpreise zu vernachlässigen. Donald Trump hat beschlossen, aus dem Atomabkommen auszusteigen und Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. Dies könnte – wie von 2011 bis 2015 – zu einem ähnlichen Rückgang der Produktion und der wirtschaftlichen Ausgrenzung des Iran führen.

Aber was ist, wenn Trump die Exporterlöse auf Null drücken will? Der Iran könnte zu seinem Atomprogramm zurückkehren wollen, das zu einer militärischen Aktion der USA in dieser Region führen könnte. Es ist erwähnenswert, dass der Iran den Ölfluss durch die Straße von Hormus kontrolliert, die für etwa 30% der weltweiten Ölströme verantwortlich ist. Die mögliche Blockade wird nicht nur zu einem spektakulären Anstieg der Ölpreise führen, sondern auch zu einem erneuten Ausbruch möglicher internationaler Konflikte.

Ein Anstieg der Ölpreise auf 100 USD wäre in diesem Fall nicht unmöglich und könnte katastrophale Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben, insbesondere in Verbindung mit Handelskonflikten, verlangsamendem Wachstum und höheren Zinsen.

 

4. Politische Unruhen

Politische Risiken sind für Schwellenländer besonders wichtig, und 2018 war ein sehr gutes Beispiel dafür. Eine diplomatische Krise in der Türkei führte dazu, dass USDTRY zwischen Februar und August um 90% in die Höhe schoss, Wahlbedenken führten zu einer USDBRL-Rallye von 35% zwischen Januar und September und USDMXN erlebte 2016 aufgrund des Aufstiegs von Trump eine Rallye von 30%.

Diese Risiken könnten 2019 wieder auftauchen, da 6 von 7 Währungen der Schwellenländer einem direkten oder indirekten Wahlrisiko ausgesetzt sein werden. Russland scheint auf dieser Liste ganz oben zu stehen.

Südafrika stellt ebenfalls ein potenzielles Risiko dar: Ein Sieg der ANC könnte, wenn es um eine „Landreform“ geht, das Bankensystem und die lokale Währung schädigen.

Wenn die Einmischung in die ukrainischen Wahlen zu militärischen Auseinandersetzungen führt, werden weitere Sanktionen der EU und der USA folgen.

Ein Verlust von Macri in Argentinien gegen die sozialistischen Parteien könnte das Land in eine weitere Krise stürzen, mit Auswirkungen für Brasilien (USDBRL) und Chile (USDCLP).

Die Risiken in der Türkei und insbesondere in Polen sehen günstiger aus. Dies sind jedoch zwei wichtige Schwellenwährungen, sodass Händler auch diese im Auge behalten sollten.

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Bildnachweis: © artisticco – stock.adobe.com

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