Besserer Trader werden
Strategien & Wissen

Wie werde ich ein besserer Trader? [Strategien & Techniken]

In diesem Artikel werden mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, wie man seinen eigenen Trading-Stil anpassen und Fehler als Trader vermeiden kann. Gerade für Anfänger bietet es sich an, sich bestimmte Techniken von Profi-Tradern abzuschauen.

Wie sollte man als Anfänger starten?

Wer gerade erst mit dem Trading beginnt, wird heute von der Flut der vorhandenen Informationen regelrecht übermannt. Es ist am Anfang sehr schwer, die Informationen, Strategien, Tipps und Techniken sorgfältig zu filtern. Dabei gibt es einiges, was anfangs weniger wichtig ist. Statt sich zu Anfang in Details zu verlieren und den Blick für das Wesentliche zu verlieren, sollten Sie zuerst darauf achten, elementare Fehler zu vermeiden. Merken Sie sich den Grundsatz:

Es ist wesentlich einfacher, an der Börse schnell arm zu werden, als schnell reich.

Grundsätzlich sollten Sie sich auf den Handel an der Börse gut vorbereiten. Ein positives Mindset ist enorm wichtig. Dazu sollten Sie zunächst Informationen über den Börsenhandel im Allgemeinen sammeln. Dass Sie verstehen, was Sie an der Börse tun, ist die Grundvoraussetzung eines erfolgreichen und möglich sicheren Agierens.

Möglichkeiten, sich Informationen zu beschaffen

Trader werden
Trader beim Studieren der Märkte

Als ersten Schritt empfehlen sich renommierte Bücher über das Börsengeschehen. Sie sollten die Märkte kennen, in denen Sie sich bewegen wollen. Ein Handelstag in einem großen Index kann schließlich ganz anders aussehen als einer in den Forex-Märkten. Suchen Sie sich Bücher, die genau die Themen behandeln, für die Sie sich interessieren.

Auch das Internet hält wertvolle Informationen bereit. Sie sollten jedoch selektieren. Es gibt Angebote, die von angeblichen Profis kommen, die versichern, Sie schnell und ohne Risiko reich zu machen. Merken Sie sich: Ohne Risiko gibt es an der Börse nicht! Beim Trading schon gar nicht. Zudem Sollte man sich die Frage stellen, ob jemand, der angeblich den heiligen Gral beim Trading gefunden hat, diese Strategie jemals teilen würde. Wahrscheinlich nicht. Zudem hätte er es aufgrund seines mit Sicherheit großen Verdienstes nicht nötig.

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zum Erfolg

Trader Selbstreflexion
Seien Sie immer ehrlich zu sich selbst!

Wenn Sie sich genügend Informationen beschafft und diese auch verstanden haben, können Sie den nächsten Schritt wagen: Sie befassen sich ernsthaft mit Ihrer finanziellen Situation. Dabei sollten Sie kompromisslos ehrlich zu sich selbst sein, schließlich geht es beim Trading in Zukunft um Ihr eigenes Geld. Sind sie überhaupt in der finanziellen Verfassung, Ihr Geld einem erheblichen Risiko auszusetzen? Wenn Sie beispielsweise eine Familie haben, von einem relativ geringen Einkommen leben müssen oder vielleicht sogar Schulden haben, sollten Sie einen Weg wählen, Geld mit möglichst geringem Risiko anzulegen. Trading schließt immer mit ein, dass das Risiko eines Totalverlustes des eingesetzten Kapitals theoretisch möglich ist.
Aus diesem Grund bietet jeder Broker die Möglichkeit an, Strategien auf einem Demo-Konto zu testen. Nehmen Sie diese unbedingt in Anspruch und fangen Sie nicht an, Ihr Geld einem unnötigen Risiko auszusetzen.

Darauf folgt auch sofort der nächste Schritt:

Money Management

Money Management
Schützen Sie Ihr Kapital durch das richtige Money Management

Natürlich hat Money Management mit Trading zu tun. Das weiß jeder, der die entsprechende Literatur studiert und auch verstanden hat. Viele beherzigen jedoch nicht, dass Money Management nicht beim Trade anfängt, sondern schon weit vorher. In dem Moment, in dem Sie Geld auf das Konto bei Ihrem Broker transferieren, beginnt Ihr persönliches Money Management. Sie sollten sich, besonders als Anfänger, nicht überschätzen. Daher wählen Sie die Summe, mit der Sie starten wollen, sorgfältig aus.

Zum Money Management gehören prinzipiell alle Grundsätze, die den Trader davor bewahren sollen, verhängnisvolle Fehler zu machen und somit viel Geld zu verlieren. Trading ist nicht zu verstehen als Glücksspiel, sondern sollte wie ein Beruf mit der gebotenen Sorgfalt und Ernsthaftigkeit ausgeführt werden. Nur dann ist der Weg zum Erfolg geebnet.
Wenn Sie also einen bestimmten Betrag auch unter Kalkulation eines Totalverlustes entbehren könnten, dann ist dies Ihr Tradingkapital.

Das Ausarbeiten einer Strategie

Beim Entwickeln einer Trading Strategie werden im Schnitt die meisten verhängnisvollen Fehler gemacht. Viele Trader kopieren Strategien, deren Sinn und Zielrichtung sie nicht begreifen. Dass mit dieser Vorgehensweise auf wichtige Marktänderungen nicht adäquat reagiert werden kann, ist kein Wunder. Wenn Sie nicht genau wissen, worauf eine Strategie abzielt, wie wollen Sie dann positive Marktänderungen von negativen abgrenzen? Der erste Schritt, sich eine Strategie anzueignen, sollte darin bestehen, dass die Zielrichtung verstanden wird. Die wesentlichen Zielrichtungen der meisten Strategien basieren in der Regel auf:

  • Dem Erkennen von Trends,
  • Momentum,
  • Volatilität oder
  • der Auswertung von Fundamentaldaten als Grundlage für obige Kennzahlen.

Ein unumstößliches Regelwerk

Mit Abstand die meisten Trader scheitern an sich selbst. Nicht etwa, weil die Strategien, die sie verfolgen, schlecht sind oder der Markt sich ungünstig gegen sie gewendet hat, sondern aus dem Grund, dass die notwendige Disziplin fehlt.

Gestresster TraderDies basiert auf Emotionen, die der Mensch mitbringt und in seinen Handel mit einfließen lässt. Grundsätzlich sollen uns diese Emotionen schützen. Das Risikobewusstsein, einen Verlust zu begrenzen, hat im Grunde jeder. Doch an der Börse sind zwei wesentliche Faktoren der menschlichen Emotionalität von großem Nachteil: die Angst und die Gier.

Auch, wenn ein Trade im Minus verläuft und wir eigentlich wissen sollten, wenn es Zeit wird, diesen Verlust nach oben zu begrenzen, legen wir oft einen bemerkenswerten Optimismus an den Tag. Der Optimismus, dass der Trade doch noch erfolgreich beendet werden könnte und wir den Verlust wieder nach oben ausgleichen könnten. Leider auch, wenn dies unserer eigentlichen Strategie widerspricht. Das Gefühl, dass vielleicht doch noch alles anders kommen könnte, bringt uns dazu, noch abzuwarten. Eine Strategie ist schließlich auch nur eine Strategie und der Markt kann sich ja in letzter Minute noch wenden. Man kann auch im Lotto gewinnen und Millionär werden – wahrscheinlich aber nicht. Äquivalentes gilt für positiv verlaufende Trades: die Angst, der Markt könnte in letzter Minute crashen und das gewonnene Geld wieder zunichtemachen.

Damit Sie von Anfang an nicht in diese Falle laufen, sollten Sie auf dem Demokonto zu 100 Prozent diszipliniert sein. Die Strategie wird getestet und angewandt. Nach erfolgreichem Bestehen der Generalprobe kann dann die Erstaufführung auf dem Echtgeldkonto stattfinden, und zwar mit genau derselben Disziplin. Halten Sie sich an Ihre eigenen Regeln, schließlich haben Sie sie nicht umsonst aufgestellt.

Das Benutzen von Hilfsmitteln

Forex Indikatoren
Trading Indikatoren

Einem Trader werden von Anfang an so viele Hilfsmittel zur Seite gestellt, dass die Auswahl hieraus schlicht erschlagend ist. Eine riesige Palette von Indikatoren, technischen Werkzeugen, Analysetools und –services sowie jederzeit und weltweit verfügbare Nachrichten und Unternehmensdaten.

Vieles hiervon ist jedoch für das eigene Handeln am Markt absolut nicht von Belang. Machen Sie sich frei von der Vorstellung, dass jedes noch so diffizile Hilfsmittel ihnen eine sogenannte „Edge“ , also einen Vorteil gegenüber dem Markt verschaffen könnte.

Natürlich hat ein Indikator seine Daseinsberechtigung. Er dient der schnellen grafischen Darstellung eines Bestimmten Wertes, der für einen Trader in einer gewissen Situation von Belang sein kann. Nicht aber ist es der Sinn dieser Hilfsmittel, Ihnen die Arbeit abzunehmen und automatisch Gewinne zu generieren. Auch wenn Sie vor Indikatoren ihren eigentlichen Chart nicht mehr erkennen können, sind und bleiben Sie derjenige, der die Entscheidungen trifft.

Wählen Sie Ihre Hilfsmittel also sinnvoll aus. Informiert bleiben ist von Vorteil, das bedeutet jedoch wiederum nicht, dass Sie Tag und Nacht Börsennachrichten verfolgen sollen. Markieren Sie sich wichtige Bekanntmachungen, wie beispielsweise die Non-Farm-Payrolls (NFP), in einem Tradingkalender. Nutzen Sie nur die Indikatoren, deren Bedeutung Sie auch verstehen und überladen Sie nicht den Chart mit bunten Linien und Bildern, nur weil andere dies tun.

Und vor allen Dingen: Nutzen Sie nur die Services, die Ihnen einen wirklichen Mehrwert bieten. Bezahlen Sie nicht für unsinnige Trading-Angebote von dubiosen selbsternannten Profis, die nur teuer sind und Ihnen nicht weiterhelfen. Man sollte sich am Markt nie davon abhängig machen, wie jemand anderes eine Situation bewertet, sondern selbst lernen, Entscheidungen zu treffen.

Analysieren Sie Ihre Trades

Analysieren Sie Ihre Trades
Analysieren Sie Ihre Trades

Wenn Sie sich aufgeklärt genug fühlen, Ihre ersten Schritte in Selbstverantwortung zu übernehmen, sollten Sie besonders am Anfang immer wieder analysieren, warum ein Trade besonders gut oder besonders schlecht gelaufen ist. Hierfür bietet sich ein Tradingtagebuch an. Was sich anfangs vielleicht wie eine lästige Pflicht anfühlt, wird Ihnen in gewissen Situationen das hilfreichste Werkzeug sein – nämlich dann, wenn Sie vor einer Situation stehen, die schon mal besonders gut oder besonders schlecht gelaufen ist. Sie haben dann die Möglichkeit, vergangene Fehler zu vermeiden und darüber hinaus aus erfolgreichen Trades zu lernen.

Fazit

Eine Patentlösung für Erfolg als Trader gibt es nicht. Es ist jedoch von Anfang an wichtig, bedeutende Fehler zu kennen, um diese zu vermeiden. Das Denken und Handeln bleibt dem Trader selbst überlassen. Mit einigen Vorbereitungen schaffen Sie es, genug Grundwissen aufzubauen, welches die wichtigste Voraussetzung für ein Bestehen in der Börsenwelt darstellt. Nur mit einer erfolgversprechenden Strategie allein sollte man nicht in den Handel starten. Zunächst ist die Klarstellung der persönlichen Verhältnisse wichtig, um sich nicht zu übernehmen. Das Tradingkapital kann von Zeit zu Zeit erhöht werden, sollte aber nicht auf Kosten anderer lebensnotwendiger Investitionen gehen. Bedenken sollten Sie auch, dass Hilfsmittel Sie sinnvoll beim Traden unterstützen können, aber leider keine Wunderwaffen sind. Disziplinieren Sie sich im Umgang mit Ihrem Kapital und mit sich selbst – dies sind die wichtigsten Schritte zum Erfolg als Trader.


 

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