Strategien & Wissen

Breakout-Strategie – Die Ausbrauchsstrategie

Mein letzter Artikel zu den Grundlagen der Charttechnik befasste sich mit dem Thema „Trendlinien“ und endete mit einem nachhaltigen Bruch einer solchen, als sich der Kurs in einem schönen Aufwärtstrend befand. Viele Trendfolger werden in solchen Marktphasen ausgestoppt, tun dann erst einmal gar nichts und beschränken sich darauf den Markt zu beobachten. Ich halte diese Herangehensweise für sinnvoll, wenn man sich dies persönlich durch eine entsprechende Strategie bzw. Handlungsweisung auferlegt hat und der Markt nicht die Signale gibt, die man für seinen definierten Wiedereinstieg braucht. Heute möchte ich Ihnen allerdings zeigen wie man – auch als Trendfolger – aber vor allem als kurzfristiger Trader – in solchen Situationen gewinnbringend handeln kann. Ich werde Ihnen die Voraussetzungen und einige wichtige Grundsätze aufzeigen, sodass Sie diese triviale Strategie direkt testen und umsetzen können. Voraussetzung für die Umsetzung ist allerdings, dass man solche Szenarien übt und ein Gespür entwickelt, um diese dann erfolgreich traden zu können.

Chartmuster

Als Basis für diese Strategie stelle ich Ihnen erst einmal diverse Formationen und Chartmuster vor, in denen man solche Breakouts erfahrungsgemäß gut handeln kann. Man unterscheidet die Arten von Mustern nach Trendumkehr und Trendfolge. Typische Trendumkehr-Muster sind das Double-Top/Spitze sowie die SKS-Formation. Unter den Trendfolge-Formationen sind Dreiecke und Flaggen wohl am Geläufigsten.

Zur Visualisierung und zum besseren Verständnis habe ich Ihnen die häufigsten Chartmuster im Weiteren abgebildet:

Chartmuster der Breakout-Strategie
Beispiel-Chartmuster der Breakout-Strategie

 

Breakout Formationen

Die Umkehrformationen gibt es jeweils auch in ihrer inversen Form, d. h. man muss diese einfach auf den Kopf stellen und analog dazu in die Gegenrichtung verfolgen. Ich könnte an dieser Stelle fast ins unendliche ausschweifen und noch diverse Keile, Wimpel, dreifach Böden oder Tops und Untertassen ansprechen, möchte ich aber bewusst nicht, da es sowieso nie eine Garantie für die tatsächliche Auflösung solcher Formationen gibt. Sie helfen uns lediglich dabei gewisse Szenarien im Voraus zu erkennen und unser Chancen/Risko-Verhältnis zu verbessern. Aber viel wichtiger ist, dass Sie sich diese möglichen Muster kurz vor Augen führen, damit Sie diese in der Praxis erkennen und markieren bzw. eingrenzen können. Das Wichtigtse, was Sie über Chartmuster wissen müssen, habe ich Ihnen gerade verraten. Was Sie nun noch tun müssen ist abwarten und „Tee trinken“, bis der Fisch angebissen hat. Dies hört sich jetzt recht pragmatisch an. Was wir zusätzlich noch benötigen, ist ein guter Köder und eine vernünftige Bremse, damit uns der Fang nicht abreisst.

 

Umsetzung der Breakout-Strategie

Wie man in den Beispielbildern gut sehen kann, verlässt der Kurs die Formation zu einem gewissen Zeitpunkt. Sollte dies nicht gerade freitags gegen 21:00 Uhr sein, ist dieser Breakout unser erstes Signal für einen Einstieg. Mit Ausbruch meine ich im Übrigen einen Schlusskurs außerhalb der Formation. Ich werde im Weiteren noch einen Chart aus der Praxis aufzeigen, in dem man dann gut sehen kann, was ich damit meine. Dem Trader bleiben nun zwei Handelsansätze, die er hier verfolgen kann. Entweder eröffnet er seine Position direkt mit der nächsten Kerze oder er wartet auf einen Retest der Formation bzw. des Musters. Da wir immer günstig in den Markt kommen wollen, warten wir im Weiteren auf einen Retest. Das kann in der Praxis mit einer Pending-Order (schwebender Trade) oder einer manuellen Ausführung geschehen. Wir eröffnen die Position also erst bei Rückkehr zum Ursprung. Das klingt im ersten Moment erst einmal nicht logisch, da dies aber sehr viele Händler so machen, funktioniert es auch in der Praxis recht gut. Der entscheidende Vorteil ist, dass wir sehr günstig in den Markt kommen und dadurch ggf. größere Positionen eröffnen können, da unser Stopp nun viel enger liegen darf. Apropos Stopp, den legen wir fürs Erste einmal hinter die Formation. Das Kursziel bestimmen wir anhand der Formationshöhe, wie im Beispiel durch den schwarzen Pfeil gekennzeichnet und projizieren dieses dann einfach in Ausbruchsrichtung.

In unserem folgenden Beispiel eines doppelten Bodens möchte ich grundsätzlich noch einmal aufzeigen, was für unsere Strategie wichtig ist:

1. Bruch des Chartmusters (im Beispiel, die große grüne Kerze)
2. Warten auf den Retest (es ist sinnvoll einen Bereich anhand der letzten Hochs zu definieren, nicht nur eine Linie)
3. Einstieg mit Stopp unterhalb der Formation.
4. Den Take Profit im Bereich des Kurszieles einstellen
5. Laufen lassen!

Breakout Beispiel

Breakout

Der Kurs verlief bei diesem Trade tadellos bis ins Ziel. Das Gewinn- und Verlustverhältnis lag in unserem Beispiel bei 1:1. Im Nachgang ein geräuschloser und trivialer Trade!

Es gibt viele Trader, die sich speziell auf Formationen im Chart konzentrieren und diese traden. Ich muss zugeben, dass ich ein Fürsprecher dieser Handelsart bin. Mit dem Einsatz von entsprechenden Indikatoren kann man hier eine ganz simple und vielversprechende Strategie entwickeln. Vor allem in Verbindung mit Oszillatoren – hier speziell die Stochastic- lassen sich gute Signale generieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Trading lernen – 11 Tipps für erfolgreiches Traden

Rudolf T.

Warum Sie mit technischer Analyse nicht reich werden

Smartmoneynews

Aktienhandel: Orderarten- und Orderzusätze

Rudolf T.
>