Volumenprofil Formationen
Strategien & Wissen

Die wichtigsten Volumenprofil Formationen für Trader

Das Volumenprofil gibt dem Trader relevante Informationen über den Markt, die er sonst nicht so leicht (wenn überhaupt) bekommen kann. Eine dieser Informationen ist die Verteilung des Volumens über den Handelstag.

Indem wir das Volumenprofil eines Handelstages studieren, können wir z.B. feststellen, ob sich der Markt im Gleichgewicht befindet, oder nicht. In Falle eines Marktgleichgewichts würden wir am Folgetag keine Trendbewegung erwarten. Der Trader kann sich auf einen Seitwärtsmarkt einstellen und entsprechend traden.

Es gibt nun nicht nur die Volumenprofil-Formation „Markt ist im Gleichgewicht“, sondern ebenso Trendformationen und zahlreiche Mischformen. Wenn wir die Formationen der letzten Handelstage kennen, können wir besser einschätzen, was uns heute im Trading erwartet. Das ist ein Aspekt, der unter reinen Charttechnikern selten beachtet wird. Stattdessen wenden Sie gewisse Handelsstrategien ohne Berücksichtigung der Marktverfassung jeden Tag an – z.B. die Open-Breakout Strategie.

Ein tieferes Verständnis der aktuellen Marktverfassung kann uns davor bewahren, an Seitwärtstagen ein Trendverhalten zu erwarten, und umgekehrt.

Im Folgenden werden wir nun die wichtigsten Formationen des Volumenprofils erläutern, und deren praktische Anwendung im Trading besprechen. Wir wenden dabei die Konzepte aus der Analyse des Market Profil auf das Volumenprofil an. Weiterführende Literatur dazu finden Sie hier.

D-Profil

Das D-Profil ähnelt einer Normalverteilung. In der Nähe des Tageshochs und -tiefs hat sich nur wenig Volumen gebildet. Der Point of Control ist in der Mitte der Tagesrange zu orten.

Der Markt befindet sich hier im Gleichgewicht. Käufer und Verkäufer haben ein Preisniveau gefunden, das für beide akzeptabel ist. In diesem Umfeld kann eine Umverteilung des Inventars vom Käufer zum Verkäufer stattfinden, ohne dass sich der Markt stark bewegt.

Drei D-Profile in Folge: Das erste und das letzte D-Profil im Chart zeigt den seitwärts-Charakter besonders deutlich.

Das D-Profil tritt oft an mehreren Tagen hintereinander auf und geht mit einer Seitwärtsbewegung einher. Die Bestätigung des POCs an mehreren Tagen führt zu einem starken Widerstands- bzw. Unterstützungslevel.

Wichtig ist hier das gesamte Handelsvolumen des jeweiligen Tages zu berücksichtigen. Je höher das Handelsvolumen, desto eher wird der POC des D-Profils in Zukunft als signifikantes Preislevel dienen. Dagegen bilden sich D-Profile oft an Handelstagen mit geringer Aktivität aufgrund von Feiertagen oder geringem Newsflow.

P-Profil

Das P-Profil ähnelt der Form des Buchstaben „P“. Das Volumen hat sich hier in der oberen Hälfte der Tagesrange gehäuft. Dem ist eine starke Aufwärtsbewegung vorausgegangen.

Während das erste P-Profil im Chart nicht in der Nähe des Tageshochs geschlossen hat (mit folgendem Abverkauf am nächsten Tag), hat das zweite P-Profil den Aufwärtstrend wieder aufgenommen und in Nähe des Tageshochs geschlossen (der Aufwärtstrend hat sich in den folgenden Tagen fortgesetzt).

An einem solchen Tag haben die Käufer zunächst die Oberhand, verlieren dann aber im Laufe des Handelstages an Schwung. Es fehlen Anschlusskäufer, um die Aufwärtsbewegung noch weiter fortzusetzen. Gleichzeitig werden Gewinne mitgenommen bzw. Verkäufer nutzen das noch andauernde Kaufvolumen für den Abbau ihres Inventars.

b-Profil

Das b-Profil ist das Spiegelbild des P-Profils. Hier bilden die Verkäufer die stärkere Seite. Das Volumen hat sich hier in der unteren Hälfte der Tagesrange gehäuft. Dem ist eine starke Abwärtsbewegung vorausgegangen.

Ein typisches b-Profil am Ende der Abwärtsbewegung

Beim P- und b-Profil ist gleichermaßen zu prüfen, ob es sich um ein vorläufiges Ende der Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung handelt. Die Value Area hat sich in beiden Fällen zwar in Trendrichtung verschoben, aber eine Trendfortsetzung zunächst aufgehalten. Fällt der Kurs gegen Handelsende zum POC zurück, können wir häufig mit einer Korrektur rechnen.

Trend-Profil

Trend-Profile bzw. dünne Profile bilden sich an Trendtagen. An diesen Tagen ist die eine Seite des Marktes besonders stark. Der Preis bewegt sich schnell in Trendrichtung, sodass keine Zeit für eine Anhäufung des Volumens auf einem bestimmten Preislevel bleibt. Dementsprechend schmal sieht das Volumenprofil am Ende des Tages aus.

Wer sich an einem solchen Tag gegen den Markt stellt, wird nur Verluste einfahren. Korrekturen und Rebounds treten in einer starken Trendbewegung selten auf. Einzelne High Volume Nodes im Volumenprofil verraten uns mögliche Unterstützungen und Ausbruchslevel in der Trendbewegung.

Fazit

Selbstverständlich lässt sich nicht jedes Volumenprofil exakt den oben beschriebenen Formationen zuordnen. Beim Lesen des Volumenprofils geht es auch nicht darum, Formationen zu definieren und anschließend starre Trading-Regeln abzuleiten. Wichtig ist, dass der Trader das Verhalten des Marktes hinter dem Volumenprofil versteht.

Trader, die bereits am Handelsbeginn das fertige Volumenprofil visualisieren können, haben gute Chancen, an diesem Tag mit dem Markt zu traden.

Eine günstige Software zur Darstellung und Analyse des Volumenprofils haben wir hier präsentiert.

Bildnachweis: ©Ersin Kurtdal – stock.adobe.com

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