Forex Arbitrage Strategie
Strategien & Wissen

Forex Arbitrage Strategie – Was steckt dahinter?

Arbitrage im Forex-Handel

Im Bereich des Börsenhandels gibt es heutzutage viele verschiedene Arten, Geld zu verdienen. Vorbei sind die Zeiten, in denen es lediglich möglich war, physische Wertpapiere zu kaufen, beispielsweise Anteile eines Unternehmens in Form von Aktien, und auf eine Steigerung des Wertes dieser Papiere zu hoffen.

Die meisten Käufer von Wertpapieren betreiben ihre Geschäfte zudem heute im Internet, Banken haben heute meist nur noch die Aufgabe, Konten und Depots zu verwalten. Die Geschäfte werden von Brokern an die Onlinebörse geleitet und im Sekundentakt ausgeführt.

Angeführt wird der weltweite Handel nominell, also nach Anzahl der Geschäfte und des finanziellen Handelsvolumens heute vom Devisenhandel, auch Foreign Exchange, kurz Forex. Weltweit werden täglich über fünf Billionen US-Dollar umgesetzt. Dies geschieht natürlich nicht nur durch private Verbraucher und Händler, sondern auch Unternehmen und Staaten „tauschen“ Währungspaare.

Forex Trading

Der Anleger erzielt im Forex-Markt einen Gewinn, indem er eine Währung kauft und wieder verkauft. Da der Forex-Markt sich sehr volatil und liquide verhält, ist es möglich, große Gewinne in kurzer Zeit zu erzielen.

Hierbei gibt es, wie oben bereits erwähnt, diverse Arten, am globalen Devisengeschäft Geld zu verdienen. Die Kursentwicklung einer bestimmten Währung präzise zu antizipieren ist nur eine davon. Dass dies nicht immer gelingen kann, wird jeder erfahrene Trader wissen und in seine Risikokalkulation mit einberechnen. Dies nennt man Money- und Riskmanagement.

Einige Währungen, die weniger liquide sind und daher volatiler, das heißt anfälliger für Schwankungen, bedeuten meist ein gesteigertes Risiko einzugehen. Denn eine Kauf- oder Verkaufsaktivität eines einzigen Marktteilnehmers kann hier eine große Kursschwankung verursachen.

Es gibt unzählige Strategien, wie man sich im Forex-Handel positionieren kann. Insbesondere soll in diesem Artikel eine seltene „Kunst“ des Handels besprochen werden: die Arbitrage Strategie.

Der Begriff „arbitrage“ leitet sich von dem lateinischen Wort „arbitratus“ ab, welcher so viel Bedeutet wie „freie Wahl“. Doch was hat dies nun mit dem Devisenhandel zu tun?

Hierzu muss man verstehen, wie der heutige Forex-Markt aufgebaut ist. Sie sollten die Grundlagen des Börsengeschehens bis hierher bereits verstanden haben und wissen, wie der tatsächliche Handel ausgeübt wird, einerseits durch Privatanleger, andererseits durch institutionelle Händler und deren Handelssysteme.

Früher bedeutete der Kauf eines Wertpapiers oder einer Währung ein einfaches Wechselgeschäft – Geld gegen einen Anteil eines Unternehmens, respektive Geld gegen Geld in einer anderen Währung. Erzielte die gekaufte Währung nun einen Aufschwung gegenüber der eingesetzten Währung, sprich die gekaufte Währung wertet auf, konnte man die ursprüngliche Währung zurückkaufen und erhielt mehr, als man eingezahlt hat.

Sie können sich vorstellen, dass auf diese Art und Weise heutzutage niemals über fünf Billionen US-Dollar umgesetzt werden könnten. Der Handel hat sich in den Jahren seit dem neuen Markt zunehmend automatisiert. Handelssysteme weltweit ermitteln Algorythmen, mit denen der Markt zunehmend synthetisiert wurde.

Kein institutioneller oder auch größer kapitalisierter Privatanleger tauscht mehr physisch Währungen um.

Selbst für kleine Anleger und Anfänger im Forex gibt es diverse Trading Strategien und Angebote, am Handel teilzunehmen, ohne überhaupt physisches Geld in die Hand nehmen zu müssen. Diese Aufgabe übernehmen Broker und hierzu angebotene Computerprogramme. Durch die Allgegenwärtigkeit von Nachrichten und Informationen schafft es mancher, sich einen zeitlichen oder informatorischen Vorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern zu verschaffen. Hiermit lässt sich Geld verdienen. Es ist jedoch einiges an Geschick, Erfahrung und oft Glück, sowie auch einem gewissen Kapital gefragt, um hiermit „Kasse zu machen“.

Wie funktioniert nun Arbitrage-Trading?

WährungenArbitrage zu handeln bedeutet vereinfacht, dass Sie Schwankungen von Preisen desselben Gutes, in diesem Falle einer Währung gegenüber einer anderen, an verschiedenen Handelsplätzen ausnutzen. Handeln Sie also eine echte Arbitrage Strategie, können Sie ohne Risiko Geld verdienen.

Risiko ist der unberechenbare Faktor, der die glanzvollen Vorstellungen vieler Händler stets überschattet. Niemand kann präzise vorhersagen, wohin sich der Kurs eines Underlyings (Basiswertes) bewegt. Deswegen sind echte Arbitrage Strategien bei Tradern überaus beliebt.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt Ihnen, wie man durch Arbitrage Trading Geld verdienen kann.

Angenommen, Sie kaufen für 1000,- Euro US-Dollar. Der Kurs liegt der Einfachheit halber bei 1,10. Sie schauen sich die verschiedenen Handelsplätze an, an denen Sie US-Dollar kaufen können. Wir betrachten nun nicht verschiedene Broker, sprich Market Maker, die einen eigenen, der Börse angeglichenen Kurs anbieten, sondern den „echten“ ECN-Handel.

Für unser Beispiel orientieren wir uns an einer typischen Ineffizienz zwischen drei großen Währungspaaren, den sogenannten „Majors“: EUR/USD, GBP/USD, EUR/GBP.

Der Handel wird mit einem ganzen Lot, also 100.000 Euro angesetzt. Meist werden diese Geschäfte mit einem Hebel durchgeführt.

Sie haben also 100.000 Euro. Sie öffnen eine Long-Position im EUR/USD zum Kurs 1,10. Sie kaufen also für 100.000 Euro 110.000 USD.

Gleichzeitig kaufen Sie nun von Ihren 110.000 USD zu einem Kurs von 1,50 GBP und bekommen 73.333 GBP.

Die verkaufen Sie nun wieder gegen das Paar EUR/GBP zu einem angenommenen Kurs von 0,65. Hieraus erhalten Sie gegen Ihre 73.333 GBP wieder 112.820 EUR zurück.

Diese Kurse und Summen sind natürlich nur stellvertretend, um das Rechenbeispiel möglichst anschaulich zu gestalten. Sie werden im Forex-Handel, der heute absolut von Programmen und Algorythmen beherrscht wird, niemals solche Ineffizienzen finden.

Hierdurch soll lediglich verdeutlicht werden, wie ein solches Geschäft in der Theorie funktioniert.

Wie kann man nun als Privatanleger von Ineffizienzen profitieren?

Diese Frage hat mehrere Facetten. Zum einen handeln die mit Abstand meisten Privatanleger in kleineren Dimensionen, weshalb preislich sogenannte Market Maker, die mit Abstand die Mehrheit der Forex Broker ausmachen, am attraktivsten sind. Diese bieten enge Spreads, sodass der Handel möglichst preisgünstig gehalten werden kann.

Bei einer Onlinebank fällt für jedes Geschäft normalerweise eine Handelsgebühr an, welche bei einem solchen Broker entfällt.

Ein solcher Market Maker stellt nicht die Originalkurse (auch „Realtimekurse“ genannt), sondern gleicht seine Kurse möglichst eng an diese an, berechnet jedoch mit dem sogenannten Spread, einer kleinen Differenz von meist nur wenigen Nachkommastellen („Pips“) seinen Gewinn mit ein.

Hier werden Sie nicht dazu kommen, eine Arbitrage Strategie zu Traden.

Bei einem ECN-Broker, wo die eigene Order sofort ins Orderbuch an einer Präsenzbörse weitergeleitet wird, ist dies theoretisch möglich. Hier sollte man jedoch beachten, dass der weltweite Handel zum Großteil vollautomatisch stattfindet. Große institutionelle Anleger nutzen Hochleistungsserver, um gute Geschäfte in Sekundenbruchteilen ausfindig zu machen und abzuwickeln.

Meist sind diese sogar in der Nähe der Börse stationiert, damit die kürzere Übertragungsdauer der Informationen und der Order einige Millionstelsekunden spart, um noch schneller Handeln zu können.

 

Professionelle Trader beim Arbitrage Trading
Professionelle Trader beim Arbitrage Trading

Hiergegen haben Sie als privater Trader kaum eine Chance. Die wenigen Arbitragechancen, die sich im Forex-Handel ergeben, werden Ihnen sozusagen „vor der Nase weggeschnappt“. Es gibt jedoch auch hochmoderne Software, mit der private Trader Arbitrage Strategien handeln können. Diese verlangt jedoch auch eine moderne Ausstattung.

Mit einem durchschnittlichen Laptop und einer durchschnittlichen Internetverbindung lässt sich gegen die Global Player nicht antreten. Wer also ohne Risiko handeln möchte, sollte sich bewusst sein, dass dies nur in absoluten Ausnahmefällen möglich ist. Es besteht immer das Risiko, dass zwischen Kauf und Verkauf eines Devisenpaares die Ineffizienz im Markt bereits korigiert wurde, auch wenn dazwischen nur Zehntel-, Hundertstel- oder gar nur Zehntausendstelsekunden liegen. Es kann also durchaus sein, dass die fehlende Geschwindigkeit bei einem versuchten Arbitrage-Trade in einem erheblichen Verlust resultiert, zumal im Bereich des Forex- und CFD-Handels meist Hebelgeschäfte genutzt werden.

Fazit zur Arbitrage Strategie

Arbitrage Trading ist eine profitable Strategie, um Preiswankungen zwischen Handelsplätzen auszunutzen. Diese Strategie sollte jedoch möglichst mit einem professionellen Programm durchgeführt werden. Gegen insitutionelle Anleger zu gewinnen, sollte man nicht anstreben. Wenn Sie sich trotzdem auf diesem Feld versuchen möchten, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass auch dies nicht immer vollkommen frei von Risiko ist.


 

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