Forex Signale
Strategien & Wissen

Forex Signale – eine Abkürzung zum profitablen Trading?

Forex Signale erfreuen sich an zunehmender Beliebtheit. Man spart sich die zeitraubenden Analysen und bekommt entweder Einstiegssignale per Mail oder SMS. Mit dem passenden Setup können die Signale auch direkt auf das eigene Handelskonto übertragen und ausgeführt werden, sodass man selbst nichts mehr zu tun hat.

 

Was sind Forex Signale denn genau?

Forex Signale sind in etwa gleichzusetzen mit dem Abschreiben in der Schule. Irgendjemand macht die Arbeit und Sie profitieren davon. Beim Trading sieht das dann so aus, dass ein Trader seine Strategie zwar verkaufen will, jedoch ohne die eigentliche Strategie dabei preiszugeben. Dieser Trader geht also her, macht seine Analysen wie gewohnt und stellt dann die relevanten Zahlen wie Einstiegskurs, Take Profit und Stop Loss zur Verfügung. Meist gibt es dazu noch einen kurzen Kommentar, warum er diesen Trade eingeht.

Denkt man nun, dass dieser Trader sein Handwerk versteht, so kann man sein Signal abonnieren. In der Regel kosten diese zwischen 20 und 190 Euro pro Monat, je nach Anbieter, Profit und Regelmäßigkeit. Dafür erhält man dann besagte Signale und kann diese ebenfalls traden.

Kurz gesagt also, ein erfahrener Trader lässt Sie bei sich abschreiben, gegen eine monatliche Gebühr.

 

Für wen sind Forex Signale geeignet?

Trader steht vor Entscheidung Buy oder Sell?
Kaufen oder Verkaufen?

Forex Signale haben grob gesagt zwei Zielgruppen. Die eine sind jene Trader, die zwar Zeit und Kapital haben, aber keine Ahnung davon, wie man Einstiegspunkte, Ziele und Stops festlegt. Diese können über Forex Signale mit Ihrem Kapital handeln, müssen sich aber nicht selbst damit beschäftigen, die passenden Trades zu finden.

Die zweite Zielgruppe sind jene Trader, die Kapital und Erfahrung, aber keine Zeit haben. Diese können die Signale dann empfangen, gegebenenfalls kurz überprüfen und die Trades mitmachen, ohne lange die Charts analysieren zu müssen.

Für Trader, die Zeit, Erfahrung und Kapital haben, sind Forex Signale allerhöchstens ein netter Tippgeber, speziell wenn man nicht konstant sämtliche Währungspaare beobachtet.

 

Wo ist der Haken?

Trader handelt Forex Signale nach
Trader handelt Forex Signale nach

Ob Forex Signale eine Abkürzung zum profitablen Trading sind, ist jedoch fragwürdig. Zunächst liegt die Schwierigkeit darin, ein profitables Signal zu finden, hinter dem ein seriöser Anbieter steckt. Forex Signale basieren im Grunde rein auf Vertrauen zu einem unbekannten Akteur. Meist wird nebst dem Signal auch die Historie der Trades veröffentlicht, jedoch kann man solche Statistiken relativ leicht verfälschen. Etwas sicherer wird es, wenn dazu Anbieter von automatisierten Analysetools genutzt werden, da diese über ein Investorpasswort die Historie auslesen, analysieren und graphisch aufbereiten, ohne das der Trader daran etwas ändern kann. Dadurch wird zumindest größtenteils die Korrektheit der Daten gewährleistet.

Speziell die erste Zielgruppe ist hier relativ aufgeschmissen. Bekommt man nun als unerfahrener Trader ein Signal, kann man im Grunde nicht nachvollziehen, ob es sich dabei um einen sinnvollen Einstieg handelt oder nicht.

 

Kann man Forex Signale testen?

Automatisierte Systeme funktionieren in der Regel nur mit Echtgeld-Konten. Demo-Konten werden hier nur sehr selten unterstützt. Zudem gibt es nur in den seltensten Fällen kostenlose Probewochen. Mit etwas Glück findet man gelegentlich Aktionen wie „Testen Sie dieses Signal 2 Wochen lang für nur 1€!“.

Ohne ein Abonnement bekommt man jedoch keine Kursdaten geliefert und kann daher auch nicht mitverfolgen, wie der Trade verläuft.

Um ein Signal also zu testen bleiben nur zwei Möglichkeiten. Grundsätzlich muss man zunächst eine kleine Summe investieren, um das Signal überhaupt zu empfangen. Danach bleibt es einem selbst überlassen, ob man die Trades auf einem Real-Konto nachhandelt oder eigenhändig auf einem Demo-Konto tradet.

Wie beim Trading üblich, gibt es auch bei Forex Signalen gute und schlechte Tage. Um ein Signal sinnvoll zu bewerten, muss man daher schon einige Wochen lang testen, um auszuschließen, dass man nur zufällig eine gute oder schlechte Woche erwischt hat.

 

Wie bewertet man Forex Signale und worauf muss man achten?

Strategie Analyse
Forex Signalauswertung

Forex Signale werden im Grunde wie eine Trading Strategie evaluiert. Man achtet darauf, dass keine übergroße Margin genutzt wird, der Drawdown sollte so gering wie möglich liegen und im Schnitt sollte das System auf lange Sicht Gewinn abwerfen.

Signale, die lediglich Benachrichtigungen über mögliche Einstiege verschicken, sind relativ harmlos. Als Signalempfänger haben Sie hier immer die Möglichkeit, den Trade links liegen zu lassen und sind ohnehin daran gebunden, Ihr Konto selbst zu verwalten. Lediglich die Analysen spart man sich hier.

Viel vorsichtiger muss man bei automatisierten Handelssystemen sein, denn diese übertragen die Trades auf Ihr Konto. Hier sollte man regelmäßig einen Blick auf die Bilanz werfen, um das Signal rechtzeitig abzuschalten, wenn die Erträge nicht mehr stimmen oder die Verluste zu groß werden.

 

Wie erkennt man seriöse Anbieter?

Unabhängig davon, wie profitabel das Signal ist, gibt es doch einige rote Flaggen, bei denen Sie sich lieber einen anderen Anbieter suchen sollten.

Zunächst verschenkt niemand Geld. Seriöse Trader verkaufen Ihre Signale zwar nicht zu horrenden Preisen, verschenkt werden diese aber auch nicht. Wenn Sie also kostenlose Forex Signale mit unglaublichen Gewinnversprechungen finden, steckt in der Regel eine Betrugsmasche dahinter. Meist werden hier unglaubliche Renditen versprochen, mit dem Hinweis, dass man doch ein Konto bei Broker XY eröffnen soll, weil dieser besonders niedrige Spreads anbietet oder irgendeinem anderen Grund besonders gut sein soll. Der passende Link zur Anmeldung wird gleich mitgeliefert.

Dahinter steckt dann in der Regel ein Provisionssystem, wodurch der Signalgeber Geld verdient, indem er dem Broker Kunden verschafft. Der Broker selbst hat damit nichts zu tun, meist sind das sogar recht seriöse Broker, die lediglich Ihren Kundenstamm erweitern möchten und daher Provisionen für geworbene Kunden anbieten. Der Signalgeber jedoch kassiert hier kräftig Provisionen und lässt dann einen Roboter das Signal generieren. Dabei ist dem Signalgeber ziemlich egal, ob der Roboter profitabel ist, denn er verdient ja an den Provisionen und nicht an den Stammkunden.

Kostenlose Forex Signale sind daher grundsätzlich mit Skepsis zu betrachten. Sinn und Zweck von Signalen liegt im Grunde darin, dass der erfahrene Trader sein Einkommen erweitert, indem er von möglichst vielen Kunden monatlich Gebühren für das Abonnement erhält und im Gegenzug gute Einstiegsmöglichkeiten bekannt gibt.

Behalten Sie daher im Hinterkopf, dass irgendwo ein Haken ist, wenn jemand für seine Arbeit kein Geld verlangt.

Ein weiteres K.O.-Kriterium ist eine fehlende Historie. Wenn man nicht nachvollziehen kann, was und wie viel gehandelt wird, ist meistens irgendetwas faul.

Ebenfalls unseriös sind Vorkasse Abonnements, die gleich den Beitrag für ein Jahr haben wollen. Wenn Sie nicht gerade von mehreren vertrauenswürdigen Quellen von diesem Signal erfahren haben, sollten Sie auch hier die Finger davon lassen. Seriöse Signale sind monatlich kündbar und wollen auch nur für maximal ein bis drei Monate bezahlt werden. Je weniger Sie an das Forex Signal gebunden werden, desto besser für Sie.

 

Sind Forex Signale nun eine Abkürzung zum profitablen Trading oder nicht?

Ja und Nein. Ja, Forex Signale können sehr profitabel sein und Ihnen viel Geld einbringen, ohne dass Sie dafür mehr tun müssen, als die monatliche Gebühr zu zahlen. Der Nachteil an der Sache ist, dass Sie zunächst die Nadel im Heuhaufen suchen und zwischen all den Signalen auf dem Markt einen seriösen Anbieter finden müssen, der konstant eine gute Leistung bringt. Diese Suche kann, je nachdem wie viele schlechte Signale man erwischt, schnell recht teuer werden.

Wenn Sie die Forex Signale direkt mit echtem Geld testen, sollten Sie auf jeden Fall ein Konto mit begrenzten Mitteln und ausreichender Absicherung gegen Verluste nutzen. Besonders wichtig ist hier, dass Ihr Broker Sie gegen negative Kontostände absichert, sodass im schlimmsten Fall nur die Einlage weg ist und nicht noch ein Berg an Schulden dadurch entsteht.

Ein guter Signalanbieter wird über Jahre hinweg existieren und Ihnen einen netten Gewinn einbringen. Nehmen Sie sich daher die Zeit, die Signale ein paar Monate zu testen, bevor Sie nennenswerte Summen darin investieren, beziehungsweise Ihr Kapital in die Hände von Unbekannten geben.


Bildmaterial: © Dragon Images/Shutterstock.com; © Stasique/Shutterstock.com; © GaudiLab/Shutterstock.com; © Pressmaster/Shutterstock.com

 

Das könnte Sie auch interessieren

Der CFD-Handel – seine Chancen und Risiken

Rudolf T.

Fremdkapital traden: Worauf muss ich achten?

Smartmoneynews

Charttechnik und ihre Anwendung

Rudolf T.
>