MACD-Indikator
Strategien & Wissen

Der MACD Indikator als wichtiger Indikator für alle Marktlagen

Im täglichen Handel werden Indikatoren zusätzlich zu den Trandingstrategien angewandt. Die Indikatoren sollen unterstützen und bei Entscheidungen helfen. Werden die Indikatoren richtig angewandt, so können diese den Handel nicht nur erleichtern sondern sie können auch den richtigen Marktvorteil geben. Dabei findet man eine große Vielzahl von Indikatoren, welche sowohl hilfreich oder auch unnötig sein können. Nur Einige dieser haben sich im Laufe der Jahre bewährt und werden von erfolgreichen Tradern tagtäglich verwendet.

Zu diesen bewährten Indikatoren zählt unter anderem der MACD Indikator, welcher häufig zur Marktanalyse angewandt wird. Die Abkürzung MACD steht hierbei für Moving-Average-Convergence-Divergence. Entwickelt wurde der MACD Indikator von dem Anlagestrategen und Buchautor Gerald Appel. Mit dem MACD lässt sich als die Schwungkraft des Marktes messen ohne dem Folgen eines bestimmten Trends auf dem Markt.

Während der Martkanalyse visualisiert der MACD Indikator das Zusammenlaufen und das Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnittes. Er gehört damit zu den sogenannten Trendfolgern. Diese Trendfolger werden verwendet, um bei erkennbaren Kurstrends einsteigen zu können und mit Gewinn auszusteigen, wenn der Trend bricht. Allerdings bieten Trendfolger auch Nachteile, so dass mit der MACD Berechnung in der Regel nur auf bestehende Trends gesetzt werden kann.

Ermittlung und Anzeigen des MACD

MACD IndikatorUm den MACD ermitteln zu können, benötigt man insgesamt zwei unterschiedlich gewichtete gleitende Durchschnitte. Diese werden aus den Datenreihen der Schlusskurse berechnet. So ist der MACD die Differenz zwischen dem schnelleren und kürzeren Durchschnitt und dem längeren und langsameren Durchschnittswert. Zudem benötigt die Ermittlung des MACD eine feste Einstellung von 12 und 26 Tagen für die gleitende Durchschnittslinie sowie einer Trigger Linie von 9 Tagen. Für die Anzeige des MACD werden üblicherweise zwei Linien verwendet und zusätzlich ein Histoprogramm. So wird als erstes die eigentliche MACD Linie, meist in blauer Farbe, dargestellt. Als Zweites wird die Signallinie dargestellt in roter Farbe. Das angezeigte Histogramm zeigt nunmehr die Differenz zwischen den beiden Linien an. Aus diesen Linien lassen sich nun die Änderungen bezüglich der Stärke, der Richtung, der Länge und des Momentums sichtbar erkennen.

Indikator Signale

Es gibt eine ganze Reihe von Anwendungsregeln für den MACD Indikator. Einige dieser Regeln werden schon seit Entwicklung des MACD angewandt während andere Regeln erst in späterer Zeit hinzu kamen. Zu diesen Anwendungsregeln gehören unter anderem

  • ein Kaufsignal, wenn der Indikator seine Signallinie überschreitet
  • ein Verkaufssignal, wenn der Indikator die Signallinie unterschreitet
  • Anwendung des MACD nur bei starken Trendbewegungen
  • Divergrenzen weisen auf einen Trendwechsel hin
  • entfernt sich der Indikator von der Signallinie hilft dies bei der Bestimmung der Signifikanz und wird im Histogramm angezeigt.

 

Die Anwendung des klassischen MACD Indikators hat jedoch sowohl Vorteile als auch Nachteile. Hierzu gehören unter anderem das bei sehr starken Trends der MACD Indikator auch starke Trendbestätigungssignale liefert. Daneben kann es aber auch vorkommen, das Signale auch zu spät angezeigt werden, zu früh angezeigt werden oder das sich auch eine Unsicherheit zeigt.
Eine bessere Signalgebung hat dafür das Histogramm des MACD. Dieses zeigt den Abstand zwischen der MACD Linie und der Signallinie an. Hier sind Hochpunkte und Tiefpunkte besser erkennbar und die Kaufsignale und Verkaufssignale können somit besser angezeigt werden. Zudem sind die Signale auch früher erkennbar und sie sind weniger anfällig als nur beim Betrachten der MACD Linie und der Signallinie.

Die richtige Interpretation des MACD Indikators

Der MACD ist nicht nur für Kenner des Börsenhandels gut erkennbar sondern ebenso auch für Anfänger auf diesem Gebiet. So zeigt ein steigender MACD den Aufwärtstrend einer bestimmten Aktie an während ein sinkender MACD einen Abwärtstrend einer bestimmten Aktie anzeigt. Gut erkennbar ist dies, wenn man den Abstand des MACD von der Nulllinie betrachtet. Je größer der Abstand zu dieser ist, umso größer ist auch der Trend.
Kreuzt die blaue MACD Linie die rote Signallinie von oben, so bedeutet dies ein Kaufsignal. Kreuzt jedoch die blaue MACD Linie die rote Signallinie nach unten, so stellt dies das Signal zum Verkaufen dar. Hierbei kann es jedoch bei flachen Trends um die Nulllinie herum auch zu Fehlsignalen kommen.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten und Beachtenswertes

Auch als Momentum-Indikator kommt der MACD Indikator zur Anwendung. Allerdings wird diese Strategie nur angewandt, wenn ein ansteigendes Momentum vorhanden ist. Ebenso beachtenswert ist die Divergenz des MACD Indikators zum Kursverlauf eines Basiswertes. Entwickeln sich diese beiden Werte auseinander, so können neue Handlungsstrategien schon im Vorfeld entwickelt und ausgearbeitet werden.

Die Anwendung des MACD Indikators und für das erfolgreiche Setzen auf diesen ist eine gründliche Einarbeitung nötig. Zudem muss der MACD Indikator ständig verfolgt werden, um erfolgreich auf diesen setzen zu können. Trotz der manchmal auftretenden Fehlsignale gilt der MACD Indikator als einer der verlässlichsten und der treffsichersten Verlustbegrenzer. Aber beachten sollte man auch, das es sich beim MACD Indikator um einen nachlaufenden Indikator handelt. So kann man mit diesem ausschließlich auf schon bestehende Trends setzen und es entsteht dadurch eine gewisse Zeitverzögerung.

Das Handeln allein auf der Grundlage des MACD Indikators ist deshalb nicht anzuraten. Das Handeln mit dem MACD im Zusammenspiel mit weiteren Indikatoren kann jedoch durchaus erfolgreich sein.


Bildmaterial: © Michael Nivelet/Fotolia.com

 

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