Trade Management
Strategien & Wissen

Professionelles Trade Management – Das Risiko im Griff

An der Börse Geld verdienen

Viele Trader stellen sich die Frage, wie sie an der Börse viel Geld verdienen können. Dazu kommt gleich als nächstes Thema auf, wie ein Risiko gemanagt werden kann, sodass möglichst wenig finanzieller Schaden entsteht. Wer an der Börse handelt, der ist ständig einem Risiko ausgesetzt. Das Risiko kann dabei der beste Freund, aber auch der größte Feind werden. Jedoch ist klar, dass es ohne Risiko überhaupt kein Trading gibt. Risikomanagement ist daher von großer Bedeutung für jede Art von Engagement an der Börse.

Risikomanagement

Trader müssen sich zwangsläufig mit Risikomanagement auseinandersetzen. „Risikomanagement“ beschäftigt sich damit, wie viel des eingesetzten Kapitals ein Trader bereit ist, bei einem Trade zu riskieren, was die Möglichkeit beinhaltet, dieses Kapital auch maximal zu verlieren. Jeder Trader muss sich diese Frage vor Einstieg in einen Markt beantworten. Er kennt die Hoffnung, dass sich bei einer Position, die sich nicht wie erwartet entwickelt, wieder gegen ihn läuft beziehungsweise dass die Kursbewegung sich wieder dreht. Damit verbunden ist die Erwartung, den Trade ohne beziehungsweise mit möglichst wenig Verlust zu beenden. Bewegt sich der Kurs nicht weiter, wie erwartet, steigt der Verlust. Bei einem Trader wächst Hoffnung aber auch gleichzeitig Verzweiflung, bis er irgendwann entnervt mit großem Verlust verkauft, weil er die Anspannung nicht mehr länger aushalten kann. Gerade beim Daytrading, das den kurzfristigen Handel mit Wertpapieren umfasst, kann diese Situation sehr schnell eintreten. Oft dreht ein Kurs anschließend nach dem Verkauf wieder in die „richtige“ Richtung, wodurch ein Trader jetzt psychisch völlig erledigt ist. Hier sollte ganz klares und konsequentes Risikomanagement betrieben werden.

Emotionen

Viele Trader lassen sich von Emotionen, wie überhöhtem Selbstvertrauen, Angst oder Gier leiten. Gerade die eigene Selbstüberschätzung ist eine Besonderheit von Menschen. Haben Trader beim Trading eine Glückssträhne, werden sie oftmals immer risikofreudiger und investieren weitere, größere Summen in Trades, ohne Verlustbegrenzung zu betreiben. Durch diese Unvorsichtigkeit wird aktives Risikomanagement häufig vergessen.

Grundregeln

Trading Regeln

Die Grundregel für professionelles Trade-Management lautet, Verluste zu begrenzen und Gewinne laufen zu lassen. Beim Börsenhandel besteht die Gefahr, dass aus kurzfristigen Trades, Trades mit langer Laufzeit werden, weil an Verlusten festgehalten wird und die Hoffnung besteht, dass sich daraus wieder ein Gewinn entwickelt. Diese Verlustaversion sollte vermieden werden. Sinn eines konsequenten Trade-Managements ist, Kapital dadurch zu akkumulieren, indem Gewinne maximiert und Verluste begrenzt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass einzelne Verluste alle Gewinne auslöschen. Beim Traden müssen diese Grundprinzipien angewendet werden. Entscheidend ist nicht eine hohe Trefferquote, sondern eine Strategie mit möglichst hoher Gewinnerwartung. Zudem sollten Trader immer das Risiko kennen, das sie beim Einstieg in einen Trade eingehen.

Disziplin

Trade-Management zeichnet sich durch ein großes Maß an Disziplin aus. Stops oder „Average Downs“ sollten bei einer Position nachträglich nicht bewegt werden. Vor allem sollte nicht versucht werden, Verluste bei einem fallenden Trade dadurch zu reduzieren, indem noch weiter zugekauft wird, um den durchschnittlichen Kaufpreis zu senken. So besteht die Gefahr noch größerer Verluste.

Vorbereitung

Bevor das Trading beginnt, sollte der Trader festlegen, welche Summe er investieren möchte. Er sollte nur Geld einsetzen, das er gegebenenfalls entbehren kann und Börsenhandel niemals auf Kredit betreiben. Anschließend muss er den maximal vertretbaren Verlust bestimmen. Dabei sollte er sich darüber im Klaren sein, wie schwer es ist, verlorenes Geld wieder zurückzugewinnen. Möchte der Trader beispielsweise von einem Kapital in Höhe von 50.000,00 Euro maximal zehn Prozent Verlust riskieren, verliert er höchstens 5.000,00 Euro. Sollte dieser Fall eintreten, muss er elf Prozent zurückgewinnen, damit er wieder den Ausgangsbetrag erreichen kann. Dabei ist es noch nicht zu einem Gewinn gekommen.

Präferenzen und persönliche Ziele

Zu Beginn sollte ein Trader seine Positionsgröße wählen, die in großem Maße von seinen persönlichen Präferenzen und Zielen abhängt. Ein risikoscheuer Trader wird eine andere Taktik favorisieren, ob als ein risikofreudiger. Die Frage nach der richtigen Taktik beginnt zunächst mit einer realistischen Selbsteinschätzung: Wie ist die grundsätzliche Risikoneigung? Welche Rückschläge kann der Trader emotional verkraften? Welche Verluste ist er bereit, auszuhalten? Antworten auf diese grundlegenden Fragen können einem Trader helfen, eine Vorauswahl zu treffen. Einerseits kann er nicht risikoscheu sein und andererseits gleichzeitig 100 Prozent Rendite jährlich erzielen wollen. Das richtige Erkennen der Ziele grenzt die Frage nach der Positionsgröße ein. Im Vordergrund aller Ziele sollte stehen, diese mit dem kleinstmöglichen Risiko zu erreichen. Ein nebenberuflicher Trader, der ab und an etwas hinzuverdienen möchte, wird einen anderen Ansatz auswählen, als ein hauptberuflicher Trader. Neben der Risikoneigung und den eigenen Zielen spielt auch die Kontogröße eine Rolle. Diese sollte im richtigen Verhältnis zum Rest stehen.

Positionsgrößenbestimmung

Verluste gehören auch bei Verlustbegrenzung und Geldmanagement zum Traden dazu. Nehmen Verluste große Ausmaße an, steht schnell fest, dass etwas schief läuft. Fehlerhafte Positionsgrößen können auch zu hohen Verlusten führen. Anleger sollten sich die Frage stellen, bei welchen Positionsgrößen sie sich noch wohlfühlen oder bei welcher Verlusthöhe die Hände beginnen, zu schwitzen. Trader müssen sich im Klaren sein, wie hoch der Verlust in Bezug auf den Kontostand sein darf. Durch die falsche Wahl einer Positionsgröße läuft er Gefahr, den mit seiner ursprünglichen Strategie verbundenen Vorteil zu nutzen, da er sein Konto bereits vorzeitig ruiniert hat.

Maximalrisiko und Money-Management

Money-Management befasst sich mit der Frage, wie viel Kapital ein Trader pro Trade riskieren kann. Im Gegensatz dazu befasst sich das Risikomanagement mit Begrenzung von Verlusten. Nach Festlegung des Gesamtrisikos verteilt der Trader es auf die verschiedenen Posten seines Depots. Er legt fest, wie viel Risiko er pro Position eingehen will. Dazu sollte er einen Stop-Loss setzen. Sobald das erreicht ist, wird die Position glattgestellt und der Verlust begrenzt. Er muss jedoch berücksichtigen, dass das Risiko einer einzelnen Position höher ausfallen kann, als die Stop-Loss-Begrenzung. Kommt es beispielsweise über Nacht zu einem unerwarteten Ereignis, kann dies am nächsten Morgen zu einer unvorhersehbaren Kurslücke führen, die außerhalb der Stop-Loss-Schwellen liegen kann.

Gewinn-Verlust-Monitoring

Beim eigenen Gewinn- und Verlust-Monitoring vergleicht der Trader seine tatsächlichen Trading-Ergebnisse mit den selbst gesetzten Zielen. Er kann Probleme schneller erkennen und gegebenenfalls korrigierend eingreifen.

Regeln zur Risikobegrenzung

Eine der wichtigsten Regeln beim Börsenhandel und vor allem beim Daytrading ist, ein Tages-Loss-Limit zu haben. Dies sollte so hoch sein, dass der Trader einerseits daran verdienen kann, aber andererseits einen Verlust möglichst begrenzt. Empfehlenswert ist ein Tages-Loss in Höhe von etwa zwei Prozent des Depotwertes. Ist das jeweilige Tages-Loss-Limit zu niedrig, besteht die Gefahr, das Traden nicht ernst zu nehmen und leichtsinnig Trades zu machen.

Um auch nach einem Verlust weiter handeln zu können, sollte vor jedem Handel, wie bereits erwähnt, immer eine Stop-Loss-Marke gesetzt werden. Bei einer Long- (Kauf-) Position wird der genaue Kurswert bestimmt, zu dem verkauft wird, wenn der gehandelte Wert fällt. Bei einer Short- (Verkaufs-) Position wird der Kurswert gesetzt, zu dem zurückgekauft werden soll, sollte der Wert steigen. Trader können sich bei der Suche nach der richtigen Stop-Loss-Marke an charttechnischen Widerständen beziehungsweise Unterstützungen orientieren. Bei einer Long-Position wird der Stop leicht unter der Unterstützung und bei einer Short-Position leicht oberhalb des Widerstandes gesetzt.

Gerade bei sehr volatilen (schwankungsbreiten) Werten sollte ein Trader nur mit einer möglichst geringen Summe investieren. Jedoch kann er seine Stop-Loss-Marke weiter von Einstiegspunkt entfernt ansetzen. Bei einem Daytrade muss er mit Kursbewegungen gegen die Position rechnen („Swings“). Er kann dann den Stop etwas weiter vom Einstiegspunkt setzen.

Eine weitere Möglichkeit der Gewinnabsicherung ist der „Trailing Stop“. Dabei wird bei einer Position, die sich im Gewinn befindet, der Stop nachgezogen. Bei einer Long-Position wird er dann heraufgesetzt. Eine Orientierungshilfe kann wieder die Charttechnik sein.

Trader sollten in bestimmten Abständen Pausen einlegen aber dabei den Markt weiter beobachten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können sie dann bei neuen Trades, insbesondere beim Daytrading nutzen.

Zusätzlich zu Stop-Loss-Orders können Take-Profit-Orders gesetzt werden. Ziel dabei ist, das Chance-Risiko-Verhältnis weiter zu optimieren. Grundsätzlich sollte die Chance immer höher sein, als das Risiko. Trader können dies beispielsweise dadurch erreichen, dass sie ein Stop-Loss so setzen, dass er ausgelöst wird, wenn ein Prozent des Kapitals verloren wurde. Durch den Orderzusatz „Take-Profit“ wird ein Trade automatisch aufgelöst, wenn durch diesen ein bestimmter Prozentsatz (beispielsweise zwei Prozent) des Trading-Kapitals gewonnen wurde. So kann ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis von beispielsweise 3 : 1 erreicht werden. Wichtig ist jedoch, dass es sich nicht nur um theoretische Begrenzungen handelt, sondern dass diese auch tatsächlich umgesetzt werden.

Bei Beachtung einer Vielzahl von Methoden kann professionelles Trade-Management betrieben werden. Der Trader behält so das Risiko im Griff.


Bildmaterial: © Bacho Foto/Fotolia; © spaxiax/Fotolia

 

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