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Wie ein 139-Milliarden-Dollar-Fonds den Handelskrieg handelt

Mit rund 139 Milliarden US-Dollar steht ein australischer Investment Manager bereits im Ring. Sein Kontrahent scheint hartnäckig und rücksichtslos – der Handelskrieg. Treasury Bonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren sollen ihm nun schützende Abhilfe verschaffen innerhalb einer bröckelnden Wirtschaftswelt.

Der sich in einer führenden Position befindliche Ilan Dekell meinte, dass AMP Capital Investors Ltd., das australische Investmenthaus, diese Anleihen nutzt, um die eigenen Portfolios vor dem aufbrodelnden Handelsdilemma zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie vor einem ungleichen globalen Wirtschaftswachstum finanziell abzusichern.

Vor rund sechs Wochen erst habe AMP Capital ihre mittlere Kapitalbindungsdauer erhöht, vermittelte Dekell bei einem Interview in Sydney. Schließlich sei es ihm nicht möglich, den Handelskrieg vorauszusehen und auf Basis einer möglichen Expertise, mehr Risiko einzugehen.

Gleichzeitig werde wohl auf eine Long US-Dollar Position gegen Währungen der Märkte verschiedener Schwellenländer gewettet. Demnach seien diese inmitten sich verschärfender Liquidität des US-Dollars aufgekauft worden, sagt Dekell.

Dementsprechend gesellt sich nun auch AMP Capital in den Kreis der Fondsmanager, wozu ebenfalls Goldman Sachs Asset Management und QIC Ltd. gehören. Allesamt suchen sie nach Schutz, um nicht von dem Handelskrieg der beiden Giganten überschwemmt zu werden. Ein deutlicher Trend also, welcher auch von der Pacific Investment Management Co. verfolgt wird und darüber hinaus von Morgan Stanley erkannt worden ist, welche ein 10-Jahres-Hoch der amerikanischen Renditen vermuteten, sobald die Handelssorgen steigen und eine stärkere Dämpfung des US-Dollars ansetzt.

Mitte Mai erreichte die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihen der USA rund 3,26 %, was dem Höchststand seit September 2014 gleichkam und den Trend verdeutlichte. Ebenfalls der 30-jährige S&P U.S. Treasury Bond Futures Total Return Index erreichte innerhalb dieser Zeitspanne ein Wachstum von etwa 4 Prozent.

Bereits verjährter Prunk

Dekell behauptete am Donnerstag, dass die besten Zeiten wohl bereits hinter uns liegen sollen, womit er auf das grundsätzliche globale Wachstum sowie auf die einladende Inflation in der nahen Vergangenheit anspielte. Der Handelskrieg verschärft nun die aufkommenden Problematiken umso schneller.

The trade war adds to our concerns — our book overall is very conservative

, meinte Dekell.

Diese Befürchtungen lassen sich bereits in Zahlen bei der zweitgrößten Wirtschaftsmacht des Planeten sehen. Das Bruttoinlandsprodukt von China stieg im letzten Quartal um 6,7 %, womit es die Erwartungen im Juni und folglich die Steigung von 6,8 % innerhalb der letzten drei Monate verfehlte.

AMP Capital hat jedoch ebenfalls das Investment in 2-jährige Schuldverschreibungen, also kurzfristige Anleihen, zusammengeschrumpft. Demzufolge werden zwei weitere Zinserhöhungen innerhalb 2018 sowie eine weitere Erhöhung 2019 erwartet.

Diese Änderungen wurden vor allem deshalb unternommen, weil sich das Unternehmen bereits vor den möglichen Zinsänderungen in Stellung bringen wollte, sagte Dekell. Gleichzeitig sei AMP Capital besorgter und vor allem vorsichtiger in Bezug auf sich verschärfende Konditionen sowie auf das wachsende Misstrauen der Politik.

Abgesehen davon schwächeln Investments innerhalb verschiedener Schwellenländer, welche derzeitig Leistungsbilanzdefizite vorweisen, wozu beispielsweise Indonesien oder auch Indien gehören, meinte Dekell. In Bezug auf Dekells unmittelbares Umfeld sieht er zurzeit besonders Potenzial in kurzfristige Schuldtitel der australischen Regierung, da die australische Zentralbank nach seinen Einschätzungen den Leitzins bis 2020 nicht verändern werde.

Im Februar 2018 behauptete Dekell, dass der Australische Dollar auf 73 US-Cents fallen wird zum Ende des Jahres. Zurzeit befinde sich der Wert der Währung bei einem annehmbaren und vor allem „fairen Wert“. 2018 Verlor der Australische Dollar rund 5 Prozent an Wert im Vergleich zum US-Dollar und fand seinen Tiefpunkt bei rund 73,5 US-Cents.

Abschließend behauptete Dekell: 

If you go down the route of trade wars and people getting concerned about China growth, then that would put downward pressure on the Aussie

Was übersetzt soviel bedeutet wie:

Wenn Sie den Weg der Handelskriege gehen und die Menschen sich Sorgen über das chinesische Wachstum machen, dann würde das den Aussie unter Druck setzen


Bildmaterial: © Nils Versemann/Shutterstock.com

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